Die Fujara

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"Wenn Sie mir die Augen verbinden
und mir eine Fujara in die Hände geben,
ich würde beim ersten einhauchen erkennen,
ob die Fujara mit Liebe gebaut wurde
oder nur so."
    Josef Rybar
 

Die slowakische Hirtenflöte ist vor allem unter den Namen fujara, fujera, fujarka und fujaruoka bekannt. In den Quellen aus dem 18. und 19. Jahrhundert begegnen uns auch die Bezeichnungen fluera, frujera und fujara, welche mit dem Wortstamm fœkat, fujat' (blasen), aber auch mit ähnlichen Flötenbezeichnungen aus dem südosteuropäischen Raum zusammenhängen.

 

Die Fujara besteht aus einer langen Röhre und einem Luftleitungsrohr. Ihre Grösse variiert, am häufigsten ist sie jedoch zwischen 1.30 m und 1.70 m lang. Das Luftleitungsrohr ist mit einem Lederriemen oder einem Messingband an die Flötenröhre festgebunden. Im unteren Teil der Flötenröhre befinden sich drei vorderständige Grifflöcher.



Fujarist Drahos Dalos
 


 


Fujarist Jozef Durica
Geb. 1907 - 1989


Fujarist J. Kubinec  
Geb. 1890 - 1986

 

Im Vierzehnten Jahrhundert kamen Valachen aus dem heutigen Gebiet von Rumänien, über den Karpaten Gürtel in das Gebiet der heutigen Slovakei. Sie waren Hirten, die es verstanden die Schafe und Ziegen über 1000 m.ü. Meer zu hüten. Diese Hirten nahmen aus ihrer Heimat die Flöten mit, die jedoch nicht grösser als 130-140cm war. Erst im Gebiet der "Hohen Tatra", die die Ausläufer des Karpatengürtels bilden, bauten die Valachen Fujaras von 170cm.


Obwohl die Fujara zu den kennzeichnenden slowakischen Volksinstrumenten zählt, ist sie nur in einem äusserst kleinen Territorium (etwa 500 km2), im Zvolen-Gebiet und der Bergkuppe der Pol'ana, verbreitet. Das breite Tal erstreckt sich zwischen Zvolen und Podkriván und reicht bis in die südslowakischen Gebiete von Novohrad, Hont und Gemer. Da das Zentrum vom Dorf Detva gebildet wird, nennt man die Fujara oft auch detvianska fujara (Fujara aus Detva). Hier finden sich die bekanntesten Hersteller und die besten Spieler.

 

 


 


 

Die Beliebtheit des Instrumentes steigt in der Neuzeit stark an, so das man ihr Spiel immer häufiger hört und sie auch ausserhalb von Zvolen immer zahlreicher an öffentlichen Veranstaltungen und Folklorefestivals geniesst.