Die Fujara

Der Bau

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Hier begleiten wir Drahos Dalos der in Nähe von Nitra, in der Slowakei, wohnt und schauen ihm zu wie er aus einem Stück Holunder, die Königin der Obertonflöten baut.
Von der Auswahl des Holzes, bis hin zur Ornamentierung schauen wir uns die einzelnen Schritte der Herstellung einer Fujara an.


Für den Bau der Fujara wird vorwiegend Holunder-, Eschen-, Ahorn oder Weidenholz (salix caprea) verwendet. Es wird im Winter oder Spätherbst, wenn es keinen Saft enthält, abgeschnitten.

 


 

Die Auswahl des Holzes wird von den Herstellern mit grösster Sorgfalt vorgenommen. So beobachten sie jahrelang das Wachstum der von ihnen für die Instrumentenherstellung vorgesehenen Stämme.
 

 

Die Länge der Fujara wird durch viele Faktoren bestimmt, zum Beispiel durch die akustischen Verhältnisse, die Stimmlage des Spielers, die Grösse des Spielers usw. Das rohe Holz wird innerhalb kurzer Zeit mit einem dünnen, 1 bis 2 m langen und etwa 15 mm starken Handbohrer dem Mark entlang durchbohrt. Das rohe Holz wird dann mindestens 3 bis zu 8 Jahre gelagert. Dann erweitert man den Innendurchmesser noch zweimal bis auf 30 mm. Nach der Entrindung des Stammes wird der Aussenmantel mit Hobel, Feile, Glasscherbe und Glaspapier geglättet und die beiden Enden gerade abgeschnitten.  

 


"Damit die Flöte aus gutem Holz ist,
darf der Holunder weder das rauschen eines Baches, noch das krähen eines Hahnes hören"

Der Holunder muss es schwer haben zu wachsen. Er darf nicht in der Nähe eines Wasserlaufes sein, noch in gedüngtem Boden gedeihen. Im Wald unter Eichen, Buchen, Linden, Birken wächst er langsam. Jedoch nicht unter Tannen. Ein Holz für eine "G" gestimmte 1.70m Fujara darf keine Seitenäste und sollte mindestens 6 cm und mehr Durchmesser haben.



Ankauf von Holunderholz:
Qualität: Die Jahreskreise müssen eng
beisammen sein
Das Holz muss mindestens 175cm lang
und mind. 6 cm Durchmesser haben.
Es darf kein Seitenast vorhanden sein.

Tipps für Standorte bin ich Dankbar!

RZeig@gmx.ch

 


"Heute wird die Fujara nach genauem Maas gebaut, so dass bei einer Länge von 170cm und Bohrung 30mm der Grundton „G“ klingt 440Hz."


 

Mit grosser Vorsicht wird das Holz mit Schalen- oder Schneckenbohrer gebohrt. Das dies mit alten, geschmiedeten Handbohrern gemacht wird, versteht sich von selbst.
 


Foto:Ofujarach.szm.sk


Foto:www.fujary.com


   
Foto:Ofujarach.szm.sk

 


 

 Das Labium wird nach genauen Vorgaben ausgeschnitzt. Der Mundkern (Block) wird aus Haselholz hergestellt. Danach werden die Klangeigenschaften der Fujara geprüft und der Grundton festgelegt.
 

Früher erfolgte die Stimmung  durch das Absägen dünner Scheiben oder durch allmähliches Abfeilen des unteren Endes. Die Kunst der Fujara-Stimmung auch in Bezug der jetzt festzulegenden Anordnung der Grifflöcher basierte im wesentlichen auf der musikalischen Fähigkeit des Herstellers, der so dem Instrument seine individuelle akustische Prägung und Vollkommenheit verlieht. 

Heute wird die Fujara nach genauem Maas gebaut, so dass bei einer Länge von 170cm und Bohrung 30mm der Grundton „G“ klingt 440Hz.




 


 

"Jeder Fujara-Schnitzer der hinter seiner Arbeit steht, signiert seine Flöte."



 


Schliesslich widmet sich der Fujaraschnitzer mit grosser Aufmerksamkeit der Ornamentierung. Auf die Flöte werden verschiedene Ornamente geschnitzt und mit Säure, Kohle und auch Gentianaviolet das Holz eingefärbt.  Metallbeschlagung, gerillte Messing-Ornamenten und weitere Techniken werden zur Verschönerung der Flöte angewendet. Dabei muss peinlich genau darauf geachtet werden, dass im Holz keine Risse und Sprünge entstehen. Dieser Metallbeschlag ist nicht nur eine effektvolle Ausschmückung, sondern er gibt dem Instrument auch Halt und schützt es vor Beschädigungen.

 
"Jeder Fujara-Schnitzer der hinter seiner Arbeit steht, signiert seine Flöte."

Hände weg von Flöten die keine Signatur aufweisen. Unsignierte Flöten sind oft Touristenflöten, die zwar prachtvoll aussehen, jedoch als Musikinstrument meist minderwertig sind.
 


 


Foto: www.fujara.sk


 


Foto: www.fujaravg.sk